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Thema: Ventilführung

Moin, Mein Traction 11 BN 56 hat im Kaltlauf bei höheren Drehzahlen ein zwitschern /quietschen an einem Auslaßventil. Eine Ölschmierung erfolgt durch die erhöhten Ventilführungen augenscheinlich nicht. Wie läßt sich dieser Fehler bewerten oder gar beheben?
Grüße aus dem schwülen Hamburg

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Re: Ventilführung

Die Führungen werden bei - wegen Ölverbrauch absichtlich - höher gelegten und später oben konischen Ventilführungen durch Ölnebel geschmiert.

Da Auslass-Ventilschäfte immer im Mischreibungsbereich laufen, verschleißen die Führungen verstärkt. Aber wenn es dort tatsächlich "zwitschert" käme dies von erfolgender Abrasion; das ist nicht normal und wäre sehr schlecht.

Bist Du sicher bezüglich AV?

Tip: Ich fahre seit 20 Jahren MMO im Kraftstoff. Das betrifft in erster Linie das EV, aber auch den oberen Zylinderbereich. Ob es letztendlich nach dem Verbrennungstakt auch noch das AV schmieren kann, bezweifle ich, aber die Werbung behauptet das. Ersatzweise geht auch mineralisches Zweitaktöl. 1 : 500 genügt.

Technische Grüße vom Aachener Rand,
Werner

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Re: Ventilführung

moin Werner, mit dem Stethoskop ist das Geräusch beim Auslassventil am lautesten. Es tritt meist auch nur bei kaltem Motor auf. Der Motor hat ca 120000 km hinter sich.

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Re: Ventilführung

Tach Jörg,

das ist aus der Ferne natürlich nicht zu beurteilen. Ventilstecker sind bei schlechten Ölen möglich, aber das geht durchweg nicht mit Kreischen einher. Vielleicht Kipphebellagerung, das kreischt aber auch nur dann, wenn absoluter Schmiermangel vorherrscht.

Ventildeckel runter sollte Klarheit verschaffen.

120.000 km ist kein Grund für solche Verschleißbilder. Gutes Motorenöl mit niedriger Additivierung (max. API SC) und vernünftiges Warmfahren - dann denke ich locker an 200.000.

Technische Grüße vom Aachener Rand,
Werner

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Re: Ventilführung

Moin Werne, Ventildeckel war natürlich als Erstes runter, dann die Analyse. Kipphebelwelle hatte ich auch demontiert, überprüft und gespült. Liegt an dem AV. Denke Kopf muss irgendwann runter. Oder schleift sich so etwas wieder ein? Ist der Motor auf 80 Grad, ist alles OK. Grüße Jörg

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Re: Ventilführung

Moin Jörg,

Läuft denn im Betrieb, Motoröl über die Kipphebelrinne? Lass mal den Motor laufen und schaue mal, ob Öl über diese Rinne läuft.
Wenn nicht, wäre der Kipphebelkanal verstopft.
Vielleicht ist es der Kugelkopf zwischen Kipphebel und Kipphebelstange.

Gruss Gerhard

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Re: Ventilführung

Hallo miteinander,

das, was Gerhard schreibt, ist stimmig. Vor allem dann, wenn unlegiertes Motoröl (unter SC) verwendet wird. Bei Ölverbrauch gilt das auch für zu hoch legierte Öle.

Es gibt Tricks, ein zu stramm laufendes Ventil wieder zu mobilisieren. Bei kaltem Motor das Ventil mehrmals kräftig bis nach unten drücken, um Freigang zu prüfen. Kolben darf dabei nicht im OT stehen! Werkstätten machten das damals (wenn der Kunde außer Haus war) mit kräftigen Kupferhammerschlägen.

Dann wird der Ventilschaft reichlich mit MoS2 Ölemulsion benetzt und der Motor mit dem Anlasser durchgedreht. mehrmals wiederholen.

Das Ventilspiel etwas ändern, dann greift der Stößel an einen anderen Nockenradius und mit etwas Glück dreht sich das Ventil dadurch etwas in seinem Sitz.

Ich würde in diesem Fall zudem ein dünnes 10W-40 Motoröl mit einem Döschen MoS2 von LiquiMoly verwenden und 150 ml  "Ventil Sauber" von LM in den Tank kippen. Nach dem Warmfahren 40 km Autobahn.

Technische Grüße vom Aachener Rand,
Werner

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Re: Ventilführung

Es könnte auch eine ungeschmierte Stösseltasse, oberhalb der Nockenwelle sein. Du könntest 50 ml Motoröl von oben an die entsprechende Stelle der Kipphebelstössel ( bei laufendem Motor ) kippen,um zu hören, ob das Quietschen aufhört. Ist nur eine Idee...

Gruss Gerhard

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Re: Ventilführung

Guten Morgen Jörg,

inzwischen fündig geworden? Was für ein Öl hast Du zuvor gefahren?

Technische Grüße vom Aachener Rand,
Werner

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Re: Ventilführung

Moin, habe es mit Ventilreiniger versucht. Keine Änderung. Bekommen hat der Motor seit 1990 15 w 40. Sobald der Motor 80 Grad erreicht hat ist das Geräusch verschwunden.  Auch das es bei kaltem Motor nur in einem sehr bestimmten Drehzahlbereich liegt, bei Gasgeben und -wegnehmen verschwindet es, ist sehr merkwürdig. Der Ölfluss über die Kipphebelwelle ist  hervorragend. Sieht nach einer Winterarbeit aus. Solange fahre ich erst einmal weiter, Grüße aus Hamburg

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Re: Ventilführung

Beide Ventilfedern intakt? die innere, im Durchmesser kleinere kann schonmal brechen, ohne daß man 's gleich merkt.

Noch ein Tip: Du kannst den oberen Federteller mit kräftigen Fingern- oder vorsichtig mit der WaPuZa- packen und hin- und herdrehen. Das Ventil dreht sich dann mit. Vorher so gut es geht ein paar Tropfen dünnes, kriechfähiges Öl mit der Kanüle zwischen den Federwindungen an den Ventilschaft geben. Eventuell löst sich dann ein Spänchen.

Die Federn haben nicht so viel Bums, wie man vielleicht vermutet. 'runterdrücken und Drehen von Hand sollte möglich sein.

Wie wär 's denn mit etwas ganz anderem? Durchblasende Kopfdichtung? Check mal Dein Kühlwasser auf Blubbern/Schaumbildung.

Krümmerdichtungen zwitschern auch gelegentlich.

Und: Zündkerze gut festgezogen? Da hatte ich mal beim Mopped genau dasselbe Problem. Hab' mir echt den Wolf gesucht... :o)

Viel Erfolg  Rolf

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Re: Ventilführung

Moin Rolf, an Luft habe ich auch schon gedacht, selbst an Wasser., aber Wasserstand konstant und Luft müsste ja auch beim Gasgeben verstärkter auftreten. Genau dann aber, verschwindet das Geräusch. Die Federn werde ich nochmal genauer unter die Lupe nehmen. Alles erst in der Winterpause. Der Wagen läuft sonst hervorragend. Danke für die Info