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Re: Ölprobleme bei einem 15 CV

Als Einbereichsöl ist SAE 40 für den Motor zu dick. Besonders im Winter. Bei so hohen Drücken besteht die Gefahr die Ölpumnpe oder den Antriebsstrang dahin zu überlasten. Als Einbereichsöle wurden damals SAE 20 im Winter und SAE 30 im Sommer empfohlen. Natürich bringt ein Mehrbereichsöl etwas. Das liegt in seiner Natur. Werner hat sich zu empfohlenen Viskositäten und Qualitäten ausfürlich ausgelassen s.u.. 20W-50 ist m.E. zu dick.

27 Zuletzt bearbeitet von W. Frings (27.11.2023 23:48)

Re: Ölprobleme bei einem 15 CV

Hallo und guten Tag Öldrücker,


wie angedeutet, Tribologie ist nicht mit wenigen Zeilen zu erklären. Ich versuche es, sehr vereinfacht.

Motor Kaltstart braucht SAE 10 W, warm 20 W, heiß 20, sehr heiß 30. Darüber und darunter braucht das, bis auf Extremfälle, die Marketing-Abteilung.

Viktor möchte kein HD Öl benutzen. *) Somit kommt für seinen Motor ausschließlich API SA oder (besser) SB zur Anwendung. Was die Auswahl sehr einschränkt und einen relativ hohen Ölpreis bedingt.

Ein SAE 40 ist für kühle Jahrezeiten völlig ungeeignet und führt auch im Sommer unnötig zu sehr zögerlichem Aufbau des gesamten Schmierölkreislaufes.

Bei zähem Öl drückt die Pumpe blind gegen die µm-engen Lager und das Dicköl staut davor; der (angezeigte) Druck steigt erheblich, aber der notwendige Durchfluss stagniert. Um mechanische Schäden zu vermeiden, gibt es daher das Überdruckventil, das ab ca. 5 bar abbläst, was die Schmierung kaum verbessert.

Wer das bisher richtig mitverstanden hat, weiß somit, dass eine sehr hohe Öldruckanzeige nicht unbedingt positiv, sondern eher schlecht ist! Je dünnflüssiger das Öl, desto größer ist die Fördermenge, desto geringer wird die Druckanzeige. Somit gehören mindestens 4 Parameter zur richtigen Beurteilung dieser Anzeige!

Einbereichsöle sind lästig, da deren Jahrezeiteneinsatz begrenzt ist. 30-er für Sommertemperatur, 20-er Herbst, 10-er Winter.


Es gibt Regular (= immer 'SA') 20W/40 - 50. Das kann, außer bei sehr niedrigen Starttemperaturen, ganzjährig gefahren werden.

Hier stellt sich lediglich die Frage nach den Kaltstartbedingungen. Bei 5 °C ist ein W 20 noch tragbar, wenn der Motor nach dem Start erstmal wenige Minuten mit sehr geringer Drehzahl läuft.

Andererseits lässt sich aus dem SA 20W/40 - 50 ein ungefähr 15W/40 - 50 machen, indem man es mit 1/3 Regular 10 W verschneidet.

Nun kommt natürlich die Frage, wozu dann überhaupt diese dicken Öle notwendig sind? Verschlissene Motoren oder Bauarten mit ab Werk großen Toleranzen und Rücklaufgewinden/Dichtschnüren brauchen Dicköl, um den Ölverbrauch und Ölverlust in Grenzen zu halten.

Tip:
Um ein völlig nixadditiviertes Regular SA Öl auf "SB" aufzupeppen, kann man Verschleißschutz hinzufügen. Ich würde zu MoS2 (z. B. Liqui Moly) raten. Maximal 4 %; falls der Motor deutlich Öl verbraucht (>1/4 l/1000 km) nur die Hälfte der angegebenen Dosierung. 


[Als Motorenmensch mit Motoröl in den Adern zu meinem verhätschelten Traction: Mahlekolben, Bronzeventilführungen, synthetisches 7,5W-50. Getankt auschließlich alkoholfreies Benzin mit 1 : 800 Obenöl MMO. Motorheizung mit Starttemperatur >40 °C.
Muß Mann nicht haben, Frau auch nicht, macht aber Herzensfreude!]


*) Umstellen auf HD Öl (>SB) ist möglich, aber anfangs etwas aufwendig.

Technische Grüße vom Aachener Rand,
Werner

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Re: Ölprobleme bei einem 15 CV

Danke für die vielen Infos. So wie ich Werner verstanden habe kann ich mit diesem Öl :   ...... Motoröl Rektol SC 10W-30 20 Liter (1960 –1970) SAE 10W-30 /API SC/CC, nichts verkehrt machen. Was sagt aber die Zahl in Klammern aus ( 1960-1970 ? )

Gruß Viktor

29 Zuletzt bearbeitet von W. Frings (27.11.2023 01:22)

Re: Ölprobleme bei einem 15 CV

Viktor,

wenn Du nicht auf HD/reinigende Öle umstellen willst, dann ist das genannte 10 W-30 das falsche Öl! S'C' ist mit Detergentien etc. ausgestattetes (HD) Öl.

Um Mißverständnisse zu vermeiden noch zwei klare Fragen:
a)   Willst Du weiterhin wie bisher nicht reinigendes Öl fahren?
b)   Willst Du auf modernere, schmutzlösende Öle umstellen?

P. S.: Die Zahlen in Klammern geben die Jahreszahlen der damaligen Ölepoche wieder und sind, auf bayerisch g'sagt, ein rechter Schmarr'n!

Technische Grüße vom Aachener Rand,
Werner